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Kickboxen
Was ist Kickboxen?
Kickboxen ist:
Ein sportlicher Zweikampf: ein sportlicher, fairerKampf nach strengen Regeln, außerordentlich gute Kondition, hohe moralische Qualifikation und starke Willenseigenschaften voraus. Ein moderner Sport: er hat sich nach den neuesten sportwissenschaftlichen Erkenntnissen entwickelt und ist immer offen für alle Neuerungen, die die moderne Sportforschung mit sich bringt.
Kickboxen ist nicht:
Eine wilde Schlägerei: ein rücksichtsloses, unkontrolliertes Aufeinanderlosdreschen, mit dem einzigen Ziel, dem Gegner den Kopf einzuschlagen. Ein Gladiatorenkampf: für blutrünstige Zuschauer nach Gladiatorenart veranstaltet, ohne jegliche sportliche und moralische Voraussetzung. Eine fernöstliche »Religion«: eine der vielen fernöstlichen Kampfkünste mit philosophischem Hintergrund (Kickboxen hat weder die Technik noch die Ziele noch das philosophisch-religiöse Gedankengut dieser Kampfsportarten). Heute gibt es verschiedene Disziplinen im Kickboxen Die Regeln sind je nach Verband oder Art und Ursprung der Kampftechnik unterschiedlich. Es gibt das Kickboxen mit und ohne Low-Kicks (Tritte auf die Oberschenkel). Das thailändische Kickboxen, das Muay-Thai, erlaubt Knie- und in Thailand sogar Ellenbogenstöße. Wie auch immer, beim Kickboxen ist die Gesundheit des Athleten das oberste Gebot. Die Kickboxer kämpfen nach strengen Wettkampf- und Schutzbestimmungen, wodurch das Verletzungsrisiko bei dieser harten aber sehr fairen Sportart jedoch äußerst gering ist.
Die Geschichte des Kickboxens
Wenn das Wort Geschichte überhaupt schon angebracht ist, erstreckt sich über nur wenige Jahre, von den ersten unsicheren Versuchen bis heute. Ohne jeden Zweifel stammen viele Kampfkünste aus China, Japan und Korea, wie ja etwa auch Wu Shu, Karate, Jiu Jutsu und Taekwon Do. Anfang der siebziger Jahre kamen allmählich die neuen Begriffe des Sport-Karate oder All-Style-Karate auf - keine sehr glücklichen Bezeichnungen. Bis heute ist bei den verschiedensten Gruppen und Grüppchen eine Reihe unter-
schiedlicher Namen in Gebrauch, die aber hier nicht weiter interessieren sollen. Es wurden in diesem neuen Karate sehr schnell Erfahrungen aus traditionellen, westlichen Kampfsportarten verwertet: dem englischen und französischen Boxen. Dazu kamen und kommen die Ergebnisse und Erkenntnisse der Sportwissenschaft. Dies alles resultiert in einer jung und alt begeisternden Sportart, die sich stürmisch weiterentwickelt:
Kickboxen hat seinen Siegeszug durch Europa längst begonnen, und ein Ende ist nicht in Sicht. Ein Turnier folgt dem anderen. Semi- und Vollkontakt haben überall Respekt und Anerkennung gefunden. Landes-, Europa- und Weltmeisterschaften finden regelmäßig statt.
Die Disziplinen
Das moderne Kickboxen wird zur Zeit in den folgenden vier Wettkampfdisziplinen ausgetragen.
Semikontakt (Semi-Contact Kick-Boxing)
Diese Disziplin ist gleichzeitig die älteste Form des Kickboxens. Sie ist noch stark mit der Wettkampfform des Karate und Taekwondo verwandt. Die Techniken dürfen nur mit leichtem Kontakt ausgeführt werden und müssen - vor allem am Kopf - kontrolliert werden. Der Kampf wird von einem Hauptkampfrichter und zwei
Seitenkampfrichtern geleitet, Nach jedem Treffer unterbricht der Hauptkampfrichter das Kampfgeschehen und gibt die Wertung für den Treffer bekannt. Dabei werden Faust- und Fußtechniken zum Körper und Fausttechniken zum Kopf jeweils mit einem Punkt, Fußtreffer zum Kopf mit zwei Punkten und gesprungene Fußtreffer zum Kopf mit drei Punkten honoriert. Die Punkte werden auf einer Punkttafel angezeigt, die sich auf dem Kampfrichtertisch befindet.
Das Semikontakt erfordert ein hohes technisches Können, Geschicklichkeit, Ausführungs- und Reaktionsschnelligkeit und - zwecks Kontrolle der Treffer - ein gutes Auge. Das spielerische Element steht hierbei im Vordergrund. Da keine sehr starke Kondition erforderlich ist, kann diese Disziplin von eher vielen ausgeübt werden.
Weil der Kampf jedoch ständig unterbrochen wird, können sich die Kämpfer kein echtes Konzept zurechtlegen. Das taktische Element wird dadurch stark eingeschränkt. Darüber hinaus ist der Kämpfer mit sogenannten »hohen Beinen« (jemand, der hoch kicken kann) im Vorteil.
Vollkontakt (Full-Contact Kick-Boxing)
Die Techniken dürfen im Vollkontakt mit vollem Kontakt - also voller Kraft - ausgeführt werden. Bei den ersten Vollkontaktturnieren wurde noch nach jedem Treffer gestoppt und die Wertung angezeigt. Dieses änderte sich jedoch sehr schnell. Heute wird der Kampf nur noch bei Regelwidrigkeiten oder Verletzungen unterbrochen.
Wie beim klassischen Boxen wird der Vollkontakt in einem Boxring ausgetragen. Geleitet wird er vom Ringrichter und bewertet von drei Punktrichtern, die ihre Wertungen auf Punktzetteln notieren. Wie beim Amateurboxen wird der Kampf in seiner Gesamtheit bewertet: Dies bedeutet, daß nicht nur Treffer in der Bewertung ihren Niederschlag finden, sondern auch Kondition, Effizienz, das technisch-taktische Verhalten und Fairplay. Das gesamte Verhalten des Kämpfers im Ring wird also beurteilt.
Der Vollkontaktler braucht eine phantastische Kondition in allen Bereichen. Außer Schnellkraft, Ausdauer und allen anderen konditionellen Fähigkeiten erfordert Vollkontakt auch starken Willen, Mut und Entschlossenheit - und nicht zuletzt eine ausgeprägte kämpferische Intelligenz. Der Faktor Taktik spielt
in dieser Disziplin eine entscheidende Rolle. Wegen der hohen Anforderungen ist Vollkontakt wohl Elitekämpfern vorbehalten.
Leichtkontakt (Light-Contact Kick-Boxing)
Diese Disziplin ist sozusagen der jüngste Sproß der Familie. Hier wird genauso wie beim Vollkontakt gekämpft; es darf aber nur mit leichtem Kontakt getroffen werden. Bewertet wird der Kampf wie beim Vollkontakt.
Das Leichtkontakt-Kickboxen vereinigt die Vorteile der beiden anderen Disziplinen in sich, weist aber nicht deren Nachteile auf. Diese Disziplin hat somit alle Aussicht, das Kickboxen der Zukunft zu werden.
Kickboxen mit Lowkicks (Kick-Boxing with lockkicks)
Diese Disziplin entspricht dem des Vollkontakts. Zusätzlich sind Lowkicks (Tritte auf die Beine) und Spinning Backfist (gedrehte Schläge mit dem Handrücken) erlaubt.
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